Mein erster Kurztrip 2026

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Hotel Stil:frei in Carolinensiel

Am liebsten würden wir unser Hab und Gut einpacken und mit Sack und Pack und unseren Fellies an die Nordsee siedeln. Aber das Leben ist halt nicht so einfach gestrickt, es hat leider Fallmaschen und Bommeln…

Der erste Nordsee-Kurztrip 2026

Wenn die Sehnsucht fürs Meer einfach zu groß wird und man nicht ohne weiteres zu Hause alles stehen und liegen lassen kann, dann bleiben einem Gott sei Dank kleine Auszeiten. Der letzte Besuch war Ende November, und mir war schon vorher klar, dass wir es nicht lange ohne Küste aushalten würden. Daher lag es ziemlich nahe, meinem Mann zum Geburtstag einen Kurztrip zu schenken. Eigentlich sollte es schon im Januar losgehen, leider bekam mein Mann einen fiesen Infekt und brachte unser Vorhaben ins Wanken.

Da es zum Geburtstag etwas besonderes sein sollte, hatte ich das Hotel Stil:frei von Humble Homes in Harlesiel gewählt. Ich selber hatte es im Oktober 2025 schon mal besucht und war begeistert.

Tja, was macht man, wenn man bereits online eingecheckt hat und dann plötzlich von jetzt auf gleich nicht fahren kann? Klar, mit gemischten Gefühlen die Anreise absagen. Zu dem Zeitpunkt waren viele Dinge unklar, wie schlecht wird der Infekt verlaufen, werden wir jetzt die Reise stornieren können, bleiben wir auf den Kosten sitzen, ist da noch was zu machen? Fragen über Fragen – für diejenigen, die viel reisen, sicher eine klare Sache, aber für mich war es das nicht. Normalerweise haben wir (ich) in den letzten 50 (!) Jahren immer in Ferienwohnungen gewohnt und kannten unsere Vermieter schon recht gut. Ich habe die Mail mit der Absage verschickt, und….es kam direkt eine total liebe Antwort von Humble Homes (Christian) zurück. Wir konnten einen späteren Zeitpunkt wählen, und man freute sich auf uns. Puhhh, ich war erleichtert, und mein Mann erst, er hatte sich doch schon so gefreut.

Es geht los, die Freude ist groß

Meinem Mann ging es, dank Astaxanthin und meiner guten Pflege, schnell wieder besser. Am 08.02. machten wir uns auf den Weg. Am Abend vorher noch schnell gefragt, ob sich der Zugangscode für das Zimmer geändert hat, Nein, alles geblieben. Das Hotel hat, wie viele Hotels heute, keine Rezeption, und man kommt mit Zahlencode aufs Zimmer. Okay, kann losgehen.

endlich können wir los

Das Wetter hatte sich von Schnee, Eis und Minusgraden (hätte ich auch gerne gesehen), auf Plus 1 Grad „gebessert„. Da wir jedes Wetter nehmen, wie es kommt, hat uns das nicht abgeschreckt. Bei unserer Abfahrt aus dem Rheinland schien volle Lotte die Sonne, wir waren mit guter Laune und Vorfreude unterwegs. Je weiter wir in den Norden kamen, desto mehr wurde aus dem Blau ein Grau am Himmel. Wir wussten es ja, somit hat es unsere Laune nicht getrübt.

Es war Sonntag, und das Wetter wie gesagt eher semi, somit waren aber die Autobahnen frei, und wir konnten wunderbar unseres Weges fahren. Kurz vor Jever, viel früher erreicht als gedacht, kam mir die Idee, in unserer geliebten Werdumer Mühle ein frühes Kaffeetrinken einzulegen. Natürlich trinken wir auch gerne Tee, aber nach den Stunden gelüstete es uns nach Kaffee, hehe. Wunderbarerweise hatte die Mühlenbäckerei just an diesem Wochenende ihren Betrieb wieder aufgenommen, yeah. Nichts wie hin!

Ankunft, kleine Tücken und warmer Empfang

Frisch gestärkt sind wir dann von Werdum nach Harlesiel gefahren. Wir fühlten uns auch schon wieder ganz wie zu Hause, eine kleine Schleife noch am Deich vorbei und geschaut, ob Wasser da ist 🙂 Muss man machen, immer, lach. Dann endlich 15 Uhr , und wir fahren auf den Hotelparkplatz. Mein Mann ist schon ganz hibbelig, ich weltgewandt (ich war ja schon mal da und kenne mich aus) gehe mit ihm zum Haupteingang und tippe, als hätte ich nie was anderes gemacht, den Zahlencode in die Tastatur. Es passiert….nix. Hä? Noch mal getippt, rotes Licht am Tippkasten, sonst nix. Nach dem dritten Versuch, mein Mann wird schon unruhig (ist sein Naturell), rufe ich die „Notrufnummer“ an. Leute, mir fielen Wackersteine vom Herzen, der liebe Andreas war direkt am Apparat, ließ sich den Sachverhalt erklären und hat uns dann ganz schnell beruhigt und uns solange am Handy begleitet, bis wir durch unsere Zimmertür getreten sind. Problem schnell und unkompliziert gelöst! Das System hatte wohl durch unsere Terminverschiebung nicht mitgespielt, Technik halt.

Wie gesagt, war ich im Oktober schon einmal im Hotel und fand es total schön. Aber was wir jetzt im Eingangsbereich sahen, einfach zauberhaft und super romantisch. Das konnten wir uns aber erst zu einem späteren Zeitpunkt anschauen. Der Moment, als wir unser Zimmer betraten und mein Mann es zum ersten Mal sah, hat mich richtig gefreut. Er war direkt begeistert, so ein schönes Zimmer! So eine tolle Aussicht und wie genial das Badezimmer! Was für eine tolle Nachttischlampe, was Männer so alles als Erstes sehen, ich dachte nur für mich – super – passt :-). Wir hatten eines der schönsten und größten Zimmer im 3. OG bekommen, und die Aussicht ist schon wirklich beeindruckend. Vor allem für uns, da wir die Gegend ja sehr gut kennen.

Nachdem der Zugang jetzt geregelt war, konnten wir unsere restlichen Sachen aus dem Auto holen. Ich konnte also eine kleine Sightseeingtour durchs Hotel für meinen Mann machen, grins. Auf jeder Etage gibt es etwas zu entdecken, tatsächlich auch für mich; seit Oktober hatte sich doch noch einiges (positiv) verändert. Alle Etagen waren in ein warmes Licht getaucht, es war muckelig warm, und es fühlte sich heimelig an. Zum Parkplatz gelangt man auch durch einen Hinterausgang, der Weg dorthin führt am Frühstücksraum vorbei und so wurde der auch gleich noch besichtigt. Der Raum ist sehr harmonisch und stimmig eingerichtet, das beste: es roch nach Kaffee, lach. Damit wirkt jeder Raum doch noch 3x heimeliger. Es steht dort ein genialer Kaffeeautomat, und man hat die Möglichkeit, unter verschiedenen Varianten zu wählen. Tee und kalte Getränke kann man sich aber auch dort abholen. Wir sind aber tatsächlich dann erst ans Auto und haben unsere restlichen Sachen geholt.

Stippvisite

Da es noch hell war, entschlossen wir uns noch, eine Stippvisite in Neuharlingersiel zu machen. Wir wussten nicht, wieviel, oder ob überhaupt, wir Eis und Schnee vorfinden würden. Auf dem Weg zum Hafen waren zwar Schneereste am Wegesrand zu sehen, aber jetzt nicht die Massen, die wohl vorher dort lagen. Im Hafen angekommen, verschlug es uns erstmal den Atem, man war das kalt. Wir verpimpelten Rheinländer kriegten ’nen richtigen Eishauch ins Gesicht gepustet. Da muss man sich erstmal dran gewöhnen.

Trotz der schlechten Witterung waren doch erstaunlich viele Menschen im Hafen unterwegs. Am Strand sah es da etwas anders aus, den Weg haben dann doch nicht so viele auf sich genommen. Aber für mich ist das ein: Ich muss ans Wasser! Ich muss sehen, ob ich die Inseln sehen kann, und meine Augen möchten die (gefühlt) unendliche Weite sehen. Mann, was habe ich gebibbert, trotz dicker Jacke, Schal und Mütze und Handschuhe sowieso. Ich leide unter dem Raynaud-Syndrom , und das ist mehr als unangenehm. Meinem Mann ging es mit der Kälte ähnlich, wir sind temperaturtechnisch echt verwöhnt. Es hat sich aber gelohnt, das Herz hat große Hüpfer gemacht und die Seele gestreichelt. Als es zu dämmern anfing, haben wir uns schnell wieder zurück zum Hotel begeben.

Am Abend haben wir uns dann wieder in unsere dicken Jacken gemuckelt und sind zu Fuß nach Carolinensiel gegangen (hört sich weit an, ist es aber nicht wirklich 🙂 und haben es uns im Restaurant bei Damianos richtig gutgehen lassen. Pappsatt und mit lecker Ouzo aufgewärmt, ging es dann zurück, und der erste Tag war leider schon vorbei.

Tag zwei und das Wetter macht weiter, was es will

Geht es euch so, wenn man die erste Nacht in einem fremden Bett schläft, dass die Nacht dann nicht so prickelig ist? Das Bett ist voll spitze, ein Holzbett, super schön! Daran lag es auf jeden Fall nicht. Egal, wir machten uns frisch, und dann ging es direkt runter zur Frühstück, Zimmertür auf und Ahhhh…. Kaffeeduft, herrlich. Den ganzen Weg duftete es nach Kaffee. Im Frühstücksraum erwartete uns dann ein tolles Frühstücksbuffet, frische warme Brötchen und frisches warmes Brot, boah lecker. Wir haben später erfahren, dass Brot, Brötchen und die Eier direkt aus der Region kommen und man sehr auf Regional achtet. Das begrüße ich sehr. Wir haben es uns gemütlich gemacht und lecker gestärkt.

Auf dem Weg nach oben, zurück ins Zimmer, mussten wir schon mal eine kleine Fototour machen. Die vielen hübschen Motive konnte ich mir einfach nicht entgehen lassen. Mein Mann ist da nicht so begeisterungsfähig, aber für mich macht er dann doch die Fotos. Er guckt lieber, als zu fotografieren.

Den Fotopoint konnten wir uns nicht entgehen lassen

Das Wetter war leider ein: ‚am besten bleibt man drinnen und bewegt sich nicht‘ -Wetter. Aber wir haben uns doch auf den Weg gemacht und sind kreuz und quer durch die Dörfer gefahren. Von Harlesiel nach Carolinensiel, von dort nach Friederikensiel, einmal am „weißen Haus“ vorbei, um im Atelier von Cathrin von Cersten zu stöbern. Das kann ich nur jedem, der wunderschöne Keramik und romantische Deko liebt, wärmstens empfehlen. Weiter ging die Fahrt über Hohenkirchen, Jever, Wittmund nach Neuharlingersiel zur Fischerei-Genossenschaft. Was wäre ein Nordseebesuch ohne zünftiges Fischessen? Grundsätzlich ist unser Fischlieferant die Küstenfischerei Albrecht in Harlesiel, aber leider war der noch in Winterpause, und so mussten wir einmal fremdgehen. Mittlerweile war es schon Nachmittag, und wir konnten uns den Fisch munden lassen.

Später zurück im Hotel erstmal die dicken Jacken aus und ab in den Frühstückraum. Ein warmer Milchkaffee und einige E-Mails später (gut, dass man mittlerweile von fast überall arbeiten kann) haben wir noch ein paar Pläne geschmiedet und uns dann aufs Zimmer zurückgezogen. Wir waren ganz schön platt, lach. Eigentlich wollten wir noch mal schön Essen gehen, aber das warme Zimmer war dann stärker und wir haben den Abend einfach so genossen und vertrödelt. Kein Telefongeklingel, keine Katzen, die (wir lieben sie über alles) am „Rockzipfel“ zupfen. Einfach nur sein, Hirngespinsten nachhängen und draußen die Harle beobachten, die langsam wieder zufror. Mein Mann war glücklich.

Die Harle bekommt wieder eine Eisschicht.

Abfahrt mit einer Träne im Knopfloch

Tag drei brach an, und wir waren schon ein bissel traurig. Schnell unsere 7 Sachen eingepackt und runter zum Frühstück. Wieder roch alles nach Kaffee und duftete nach frischem Brot. Leichtes Gemurmel aus dem Raum und warmes Licht strahlte uns entgegen. Ein sehr einladendes Frühstück wartete schon auf uns. Andreas und Christian von Humble Homes machten leise ihr Brainstorming, nahmen sich aber für einen herzlichen Austausch mit uns die Zeit.

Es war Zeit zum Auschecken, unsere 7 Sachen ins Auto gepackt und kurz die Runde gedreht, allem leise Tschüss bis bald gesagt, und dann ging es auch schon Richtung Heimat. Einmal noch an unseren Lieblingspunkten vorbei, das Auto frisch aufgetankt, und dann ging es auf die Autobahn. Was soll ich sagen, kurz bevor wir das Ortsschild passierten, blinzelte wahrhaftig die Sonne zwischen den Wolken hervor. Etwas wehmütig mussten wir dann schon schmunzeln, jetzt sagten wir Tschüss und ich innerlich schon „bis bald“, denn in 2 Wochen bin ich wieder da und kann sicher Neues berichten. Fazit meines Mannes: Tolles Hotel und Überraschung rundum gelungen. Er möchte auf jeden Fall wieder hin 🙂

Dieser Beitrag enthält keine bezahlte Werbung, ich weiß nicht, ob ich das erwähnen muss. Vorsichtshalber tue ich das 🙂

2 Kommentare

  1. Dein kleiner Reisebericht nimmt mich mit an die Küste – ich schmecke direkt die salzige Luft und spüre die feuchte Luft…auch die Schwere der Wolken ☁️. Es gibt mir das Gefühl, dass ihr echt abgeschaltet habt – aber – jetzt hätte ich gerne einen frischen Kaffee ☕😀….
    freue mich auf deinen nächsten Ausflug 😘

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